🕷️ Zecken – ein wichtiges Thema für Pilzsammler
Bin ich als Pilzsammler besonders gefährdet?
Ja – wer sich regelmäßig in Wäldern und Wiesen aufhält, ist einem erhöhten Risiko durch Zeckenstiche ausgesetzt.
Zecken lauern vor allem in hohem Gras, Farnen, Gebüsch oder am Waldrand. Entgegen einem verbreiteten Irrtum fallen sie nicht von Bäumen, sondern warten meist in Bodennähe auf vorbeikommende Menschen oder Tiere.
Wie kann ich mich schützen?
Der beste Schutz besteht aus mehreren einfachen Maßnahmen:
- Hautbedeckende, helle Kleidung tragen (lange Ärmel, lange Hosen in die Socken stecken)
- Feste Schuhe oder Gummistiefel
- Verwendung eines Zeckenschutzmittels (Repellent) auf Haut und Kleidung
- Nach der Wanderung:
- Kleidung wechseln
- Duschen oder baden
- Eine sorgfältige Ganzkörperkontrolle auf Zecken durchführen
Impfung gegen FSME
Eine wichtige Vorsorge ist die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Diese Impfung schützt vor einer durch Zecken übertragenen Virusinfektion, die zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen kann.
In Süddeutschland – auch im Allgäu – gilt FSME als Risikogebiet, weshalb eine Impfung ausdrücklich empfohlen wird (Quelle: Robert Koch-Institut).
Lyme-Borreliose
Neben FSME können Zecken auch die Lyme-Borreliose übertragen – eine bakterielle Infektion, die mit Antibiotika gut behandelbar ist, wenn sie frühzeitig erkannt wird.
Ein typisches Frühsymptom ist eine sich ringförmig ausbreitende Rötung um die Einstichstelle („Wanderröte“).
Treten solche Anzeichen auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Eine Impfung gegen Borreliose ist in Europa derzeit noch nicht verfügbar, wird aber erforscht. In den USA existiert ein Impfstoff in der Testphase.
Neue Entwicklungen
Inzwischen gibt es Schnelltests, mit denen eine entfernte Zecke auf Borreliose-Erreger untersucht werden kann.
Bei positivem Ergebnis kann der Arzt frühzeitig reagieren und eine gezielte Behandlung einleiten.
Aktuelle Informationen finden Sie bei der Deutschen Borreliose-Gesellschaft e.V. oder dem Robert Koch-Institut (RKI).
✅ Fazit
Pilzsammler sollten sich des Zeckenrisikos bewusst sein – mit der richtigen Vorsorge, Aufmerksamkeit und ggf. einer FSME-Impfung lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.
Ein achtsamer Umgang mit der Natur schützt nicht nur die Pilze, sondern auch die eigene Gesundheit.
🍄 Darf ich in jedem Wald Pilze sammeln?
Grundsätzlich ist das Pilzesammeln in Wäldern in Deutschland erlaubt. Auch in der Schweiz und in Österreich ist das Sammeln von Pilzen in vielen Bereichen zulässig – allerdings gibt es einige wichtige Einschränkungen zum Schutz von Natur, Wildtieren und der eigenen Sicherheit.
Verbotene oder eingeschränkte Gebiete
Das Sammeln von Pilzen ist nicht überall erlaubt. Zu beachten sind unter anderem:
- Betreten während der Dunkelheit: in vielen Wäldern verboten, z. B. aus Gründen des Wildschutzes
- Umzäunte Gebiete und Jungpflanzungen: Schutz von jungen Bäumen
- Naturschutzgebiete und geschützte Moorflächen: Sammeln dort ist in der Regel verboten
- Naturparks: hier gelten oft besondere Regeln (informieren!)
- Forst- und Baumfällarbeiten: Sammeln kann aus Sicherheitsgründen untersagt sein
- Treibjagden: während genehmigter Jagdmaßnahmen (z. B. auf Anordnung des Landratsamts) ist das Betreten der Wälder gefährlich
Im Landschaftsschutzgebiet ist das Sammeln in der Regel erlaubt, solange keine anderen Schutzregelungen bestehen.
Besonderheiten in Österreich
In Privatwäldern kann das Pilzesammeln per Beschilderung eingeschränkt oder verboten sein. Bitte achten Sie auf Hinweise vor Ort.
Tipp:
Informieren Sie sich immer vorab über örtliche Regelungen und Naturschutzbestimmungen, um Konflikte zu vermeiden und die Natur zu schützen.